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Rosazea

Rosazea ist eine Hauterkrankung des Gesichts mit fleckenförmigen, teils schuppenden Rötungen sowie entzündlichen Papeln und Pusteln. Die Krankheit ist gekennzeichnet durch einen stadienhaften Verlauf mit vielen klinischen Varianten und Schweregraden. Durch die Lokalisation im Gesicht liegt die Bedeutung der Rosazea vor allem auch in ihrer Sichtbarkeit für Mitmenschen und die dadurch bedingten Einschränkungen im sozialen Umfeld. 

Bei etwa 30-40 % alle Rosazea Patienten hat ein Familienmitglied ebenfalls Rosazea. Intensives UV-Licht sowie andere Reizungen der Gesichtshaut (Seifen, Aknemittel, div. hautreizende Substanzen) können die Erkrankung erstmalig auslösen oder eine bereits bestehende Rosazea verschlechtern. Psychischer Stress, hormonelle Faktoren kommen als Auslöser dazu.

Eine Heilung kann den Patienten nicht versprochen werden. Aber die Rosazea gilt heute als behandelbar. In den frühen Stadien reicht eine topische Therapie aus. Schwere Formen der Rosazea erfordern eine vorübergehende systemische Behandlung oder gar chirurgische Eingriffe.

Definition

Bei der Rosazea (aus dem lateinischen rosaceus = rosenfarbig) handelt es sich um eine chronische Erkrankung des Gesichtes, üblicherweise mit einem Beginn ab dem 20. Lebensjahr und einem Gipfel zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. Betroffen ist speziell auch der hellhäutige, keltische Typ. Betroffen sind 2-5 % der Erwachsenen. Die Rosazea wird auch Kupferrose, Kupferfinne, Couperose, Erythrosis facialis und Gesichtsrose genannt. Frauen sind im Verhältnis 3 zu 2 häufiger betroffen als Männer. Der Krankheitsverlauf ist jedoch bei den Frauen meist weniger schwer. 

Die Rosazea ist gekennzeichnet durch einen stadienhaften Verlauf mit vielen klinischen Varianten und Schweregraden. Durch die Lokalisation im Gesicht liegt die Bedeutung der Rosazea vor allem auch in ihrer Sichtbarkeit für Mitmenschen und die dadurch bedingten Einschränkungen im sozialen Umfeld. 

Eine Heilung kann den Patienten nicht versprochen werden. Aber die Rosazea gilt heute als behandelbar. In den frühen Stadien reicht eine topische Therapie aus. Metronidazol ist dabei weltweit der Goldstandard. Schwere Formen der Rosazea erfordern eine vorübergehende systemische Behandlung oder gar chirurgische Eingriffe. 

Entstehung

Für das Auftreten der Rosazea sind die genetische Prädisposition (Erbanlage) sowie verschiedene Umweltfaktoren und andere Einflüsse zu nennen. Bei etwa 30-40 % alle Rosazea Patienten hat ein Familienmitglied ebenfalls Rosazea. Intensives UV-Licht sowie andere Reizungen der Gesichtshaut (Seifen, Aknemittel, div. hautreizende Substanzen) können die Erkrankung erstmalig auslösen oder eine bereits bestehende Rosazea verschlechtern. Psychischer Stress, hormonelle Faktoren kommen als Auslöser dazu. Einwirkungen auf das Gefässsystem des Gesichtes (veränderte Durchblutungsverhältnisse, Alkohol, Umgebungstemperatur, heisse Getränke) erweitern die Gefässe. Auch Infekte, insbesondere durch die Haarbalgmilbe (Demodex folliculorum) werden als potentielle Auslöser gesehen.

Klinische Stadien

Das Vorstadium (Rosacea Diathese)

Bei den sogenannten flüchtigen Erythemen treten zunächst selten, später häufig flushartige Erytheme des Gesichtes auf. Die Haut reagiert empfindlich auf äussere Einflüsse und interne Stimuli (emotionaler Stress, Temperatur, Alkohol). Diese auch bei Gesunden auslösbaren Reaktionen treten bei Patienten mit Rosazea deutlich früher und häufiger auf.

Das Stadium I (Rosacea erythematosa)

Das Stadium I entwickelt sich normalerweise aus dem Vorstadium. Nach Monaten bis Jahren entwickelt sich dabei das erste klinisch gut fassbare Stadium der Rosazea, die Rosacea erythematosa. Diese Krankheit ist geprägt durch bleibende Rötungen, später Gefässerweiterungen (Teleangiektasien). 

Die Reizbarkeit der Haut nimmt zu. Kosmetika und Mittel zur Hautreinigung werden schlecht vertragen und führen oft zu Juckreiz und Brennen. Ähnlich wie beim Vorstadium wird das Stadium I der Rosazea wegen der z. T. nur leichten Unterschiede zur gesunden Haut nicht als Krankheit erkannt. Bei vielen Patienten wird die Rosazea erst mit dem Übergang in das zweite Stadium zum relevanten Krankheitsbild.

Das Stadium II (Rosacea papulopustulosa)

Das zweite Stadium der Rosazea ist durch das Auftreten von Papeln und Pusteln auf meist seit längerer Zeit bestehenden Gesichtserythemen mit Teleangiektasien gekennzeichnet. In dieser Phase ähnelt die Rosazea einer Acne papulopustulosa, obschon die Komedonen fehlen. Ausserdem treten die entzündlichen Papeln und Pusteln in der Regel in symmetrischer Anordnung auf den mittleren Wangenabschnitten und an Stirn und Kinn auf.

Ähnlich wie bei der Akne neigen viele Patienten zu kräftigen Manipulationen, sodass Verschlechterungen des klinischen Bildes auftreten können (Quetschungen, Blutungen, Krusten). Bei vielen Patienten persistiert die Rosacea papulopustulosa über viele Jahre bis Jahrzehnte. Narbenbildung ist recht häufig. Die Krankheit kann ausheilen oder in das Stadium III übergehen und hyperplastische Veränderungen des Bindegewebes und der Talgdrüsen auslösen. 

Das Stadium III (Glandulär – hyperplastische Rosazea)

Das herausragende Merkmal der Rosazea im dritten Stadium ist das Rhinophym (Schwellung), eine Hyperplasie des Bindegewebes und der Talgdrüsen. Es entwickelt sich eine orangenschalenartige verdickte Haut mit knotig vergrösserten Talgdrüsen. Besonders an der Nase (Rhinophym) und am Kinn (Gnatophym) können sich die Talgdrüsen zu monströsen und die Gesichtszüge entstellenden Konglomeraten zusammenlagern. Vor allem Männer können an diesen Phymen erkranken. Spontanremissionen werden nicht beobachtet. 

In allen Stadien können auch die Augen beteiligt sein - Fermdkörpergefühl, rote Augen, Brennen, Schmerzen, Lichtempfindlichkeit, Blepharitis, Konjunktivitis und Keratitis.